Der Süden der Baja California (Mexiko)

La Paz – Die Tücken der Tiefgarage

Nach einem Übernachtungsstopp in Ciud Constitution an einem netten Freibad und einem aufgefüllten Kühlschrank ging es weiter nach La Paz. Bis auf eine etwas längere Baustellte, so ca. 30km, wurden die Strassen im Süden immer besser. Auf einem super sauberen Campingplatz mit Pool liessen wir uns in La Paz für die nächsten zwei Nächte nieder. Wir konnten unsere Wäsche waschen, uns im Pool abkühlen und diskutierten bis tief in die Nacht mit Ralf und Lisa die wir hier getroffen haben. Nach über drei Wochen erfreuten wir uns riesig an drei grossen Einkaufscentern und konnten endlich mal wieder all die Lebensmittel einkaufen, auf die wir uns schon lange gefreut hatten. Um nicht in der prallen Sonne zu stehen fuhren wir in den überdeckten Teil des Parkplatzes des grossen Einkaufszentrums. Da es leider an Höhenangaben fehlte überprüfte Heike mit gutem Augenmass, ob es auch wirklich passte. Kein Problem, wir standen im Schatten. Doch schon beim Aussteigen kam der erste Securitas und erklärte uns, dass wir nicht weiterfahren dürfen, da es immer niedriger würde und an den Decken hingen doch einige wichtige Rohre und Kabel. Am liebsten wäre es den Männern gewesen, wir wären gerade wieder herausgefahren, doch wir wollten noch einkauften und Emma sollte im Auto bleiben, da Hunde im Einkaufszentrum nicht erlaubt waren. So versicherten wir den Männern, wir würden auf jeden Fall den Weg den wir gekommen sind auch wieder herausfahren. Nach weit über einer Stunde mit Mittagessen und Einkaufen kamen wir wieder zu unserem Auto, welches nun von drei Securitas bewacht wurde. So ganz haben sie uns wohl nicht vertraut und der Schaden, wenn wir solch ein Rohr erwischt hätten, wäre auch nicht zu unterschätzen gewesen. Wir fuhren den Weg, den wir gekommen waren wieder zurück und die Männer waren sichtlich froh, dass wir nichts zerstört hatten.

Ein geflickter Reifen und neue Bremsen

Am nächsten Tag entdeckten wir eine Schraube in unserem Vorderreifen und fuhren zu einem kleinen, nett aussehenden Michelin-Händler an der Hauptstrasse. Der Mechaniker war so versiert im Flicken des Rades, dass wir nach knapp zwanzig Minuten mit geflickten Reifen, überall kontrolliertem Luftdruck um knapp 6 Dollar ärmer weiterfahren konnten. Wir vereinbarten noch einen Termin für den nächsten Morgen um unsere Bremsklötze hinten zu erneuern. Auch hier war nicht zu erwarten, dass es Fiatteile gibt, doch hatte Stefan die verschiedenen passenden Bremsklötze als Bilder ausgedruckt, so dass sich die Mechaniker ein Bild davon machen konnten. Auch der Hinweis, dass die vorderen Bremsklötze im kleinen Ort Loreto gewechselt werden konnten weckte bei ihnen den Ehrgeiz dies auch zu schaffen. So waren am nächsten Morgen rasch unsere Bremsklötze die es auch dringend nötig hatten, ausgebaut und ausgetauscht. Diesmal sogar mit einem zu 100prozent passenden mexikanischem Produkt. Danke diesen tollen und kompetenten Mechanikern! La Paz hat uns gefallen, mit seiner tollen Strandpromenade, schönen Restaurants, Spielplätzen und tollen Buchten.

Todos Santos – Und die Herausforderung etwas zu Essen zu finden

Von hier ging es weiter nach Todos Santos. Wir kamen hier am frühen Abend an und fuhren zum ersten Strand wo wir dachten, dass wir dort schlafen können. Doch bis auf eine riesige Baustelle, vielen Fischern und keinem Platz zum Parken gab es hier nichts Schönes. Weiter zum kleinen Campingplatz im Ort, der jedoch keine guten Bewertungen hatte. Schon der Weg dorthin war nicht besonders vertrauenserweckend, geschweige denn der Platz mit unzähligen Hunden und uns sehr komisch anschauenden, dort lebenden Dauercampern. Hier fühlten wir uns nicht wohl. Dann besser an der Strasse neben dem berühmten Hotel California schlafen, da war wenigstens die ganze Nacht etwas los. Da wir alle hungrig waren, begaben wir uns auf die Suche nach einem netten Restaurant. Das erste gefiel Noam nicht, das zweite war weder an unseren Kindern noch dem Hund erfreut und behauptete, geschlossen zu sein, das dritte hatte nur eine sehr begrenzte Auswahl und war nicht bereit noch eine unkomplizierte Speise von der Mittagskarte zu machen, so zogen wir weiter zum vierten Restaurant. Dies hatte einen wunderschönen Innenhof und war im Gegensatz zu den anderen Restaurants auch gut besucht. Wir wurden super freundlich bedient, das Essen war sehr lecker und für uns hat es sich wieder einmal bewährt, wer uns nicht bedienen will, da wollen wir auch nicht essen. Die Zeit bis zum Schlafen tobten sich die Kinder auf einem schönen Spielplatz ganz in der Nähe aus. Da wir mit der Stadt nicht so richtig warm wurden ging es weiter.

Surfen bis es Dunkel wird

Unser nächstes Ziel war der Cerrito Surf Beach. In der Ansammlung von Hotels und Gästehäusern an diesem wundervollen Strand gab es auch einen Campingplatz. Wir haben uns diesen angeschaut, weder Strom noch Wasser gefunden, auch keinen Schatten und fanden nur eine schäbigen Parkplatz. Und dieser sollte laut unserer App auch noch sehr teuer sein, da man den Pool des Hotels mitnutzen könnte. Es war keine Menschenseele auf diesem Platz und so suchten wir weiter. Wir fanden einen guten Platz an der öffentlichen Zufahrt zum Strand und machten es uns dort gemütlich. Wir bauten unseren Tisch und unsere Stühle auf, wurden von allen freundlich gegrüsst und fühlten uns herzlich willkommen. Nach einem netten Gespräch mit dem Eigentümer des nah gelegenen Gästehauses konnten wir sogar das Wifi und den Pool gratis nutzen. Wir verbrachten drei tolle Tage mit Surfen, sonnenbaden und planschten im Pool bevor unsere Vorräte zu Ende gingen.

Von Cabo San Lucas nach Jose del Cabo

Wir machten eine kleine Erkundungstour durch Cabo San Lucas, im Süden der Insel, kauften ein und wussten nicht so recht, wo wir hin wollten. Die Stadt war eng bebaut und der Strand voller Hotels. Am nächsten schönen Strand waren leider keine Hunde erlaubt und der danach voller Autos, Familien und noch mehr Bierdosen. So richtig schön zum übernachten fanden wir es hier nicht. Zu allem blieben wir noch beim Rausfahren im Sand stecken. Auch hier freuten wir uns riesig über die Hilfsbereitschaft der Mexikaner, die uns in Null Komma nichts aus dem Sand zogen. Der dritte Strand war nicht schlecht, doch die Aussicht unter der Highwaybrücke mit eher etwas komischen Gestalten zu schlafen war auch nicht berauschend. Also weiter nach San Jose del Cabo. Hier fanden wir eine öffentliche Zufahrt zum Strand direkt neben einem Luxushotel wo es genügend Securitas gab die auch noch unser Auto mit bewachten. Nach einer Abkühlung im Meer, einer erfrischenden Dusche am Strand des Luxushotels und leckeren Brötchen schliefen wir ruhig die ganze Nacht. Wir erkundeten noch den tollen Spiel- und Fussballplatz, durften Delfine vom Beckenrand aus anschauen und Noam konnte am Abend sogar mit den Männern eine Runde Fussball spielen.

Schnorcheln, Schnorcheln und nochmals Schnorcheln

Nach zwei Tagen ging es weiter in das Naturschutzgebiet südlich von Cabo Pulmo an der Ostküste der Baja. Die Fahrt dorthin führte uns durch eine grüne, hügelige Landschaft und die Strassen waren bis 15km vors Ziel in gutem Zustand. Die letzten 15km fuhren wir sehr langsam über eine Schotter-und Sandpiste, was uns gut eine Stunde kostete. Dafür fanden wir eine schönen Schlafplatz in der Schnorchelbucht, sogar mit kalten Duschen. Zwei Tage lang schnorchelten wir durch die Bucht, entdeckten tolle bunte Fische und Heike begegnete sogar einer Meeresschildkröte. Am zweiten Abend trafen wir Tini aus Deutschland mit ihrem Freund Fede aus Argentinien. Wir verbrachten einen lustigen Abend mit leckerem Essen und einem schweisstreibenden Fussballspiel im Sand. Tolle Erfahrung, dafür lohnte sich auch die lange, holprige Anfahrt.

Überfahrt von La Paz nach Mazatlan

Auf dem Weg zurück nach La Paz hatte sich Jala leider erkältet mit Husten und Fieber. Doch ihr Zustand war stabil genug, dass wir uns entschieden, die Fähre aufs Festland zu nehmen. Von La Paz fuhren zwei Fähren nach Mazatlan. Die eine war eher auf Touristen ausgelegt, hier durfte man nicht im Auto schlafen und unser Hund hätte die ganzen 16 Stunden in einer Box verbringen müssen. Auch waren die Preise im Gegensatz zur anderen Fähre erheblich höher. Allein aus Rücksicht auf Emma entschieden wir uns für die Truckerfähre. Neben einigen Autos und vielen Trucks waren wir hier das einzige Wohnmobil. Alle Fahrzeuge wurden eingewiesen und wir freuten uns sehr, nicht unten im Bauch des Schiffes zu stehen sondern auf dem höheren Deck. Was wir zu Beginn noch nicht realisiert hatten war, dass wir im hinteren überdeckten Drittel standen und somit ca. 10 Meter zu weit hinten, um überhaupt eine Brise Fahrtwind abzubekommen. Alle Truckfahrer und die Crew waren sehr nett. Es gab leckeres Abendessen aus der Grossküche und eine tolle Aussicht vom oberen Deck. Da entdeckte Noam den belgischen Offizier und wollte unbedingt oben auf die Brücke um zu sehen, wo der Kapitän arbeitete. Stefan fragte nach und wir durften als ganze Familie die Brücke anschauen. Der Belgier freute sich sehr, erklärte uns über eine Stunde lang alles ausführlich und beantwortete all unsere Fragen. Was für eine tolle Gelegenheit, ganz herzlichen Dank dafür. Nach sovielen tollen Einblicken waren wir alle müde. Jala war immer noch sehr erkältet, hatte auch wieder Fieber und Heike hatte es auch erwischt. Wir wollten einfach ins Bett. Mit Schrecken mussten wir feststellen, dass unser Wohnmobil auf über 40 Grad aufgeheizt war und auch keine Chance auf einen Windstoss bestand. Die Luft stand, war heiss und feucht. Zu Beginn der Nacht versuchten wir es mit offenen Fenstern und unserem Kühlventilator, doch als dann die Trucks ihre Motoren anschalteten um ihre Klimaanlagen laufen zu lassen, mussten wir wegen der Abgase unsere Fenster schliessen. Um nicht völlig zu zerlaufen taten wir es  den Truckern gleich und starteten auch unseren Motor und liessen unsere Klimaanlage laufen. Wir schlossen noch die Badezimmertür zum Wohnraum hin um den zu kühlenden Raum zu verkleinern und schliefen alle im Bett und auf der Couch vorne. An viel Schlaf war nicht zu denken, aber irgendwie haben wir es geschafft. Wir erreichten nach gut 16 Stunden Fahrzeit das Festland!

Wir haben eine tolle Zeit auf der Baja verbracht, unzählige Strände erkundet, noch mehr Kakteen gesehen und erste Eindrücke der mexikanischen Lebensweise und Hilfsbereitschaft erleben dürfen. Wir sind bereit für mehr und freuen uns riesig auf weitere tolle Abenteuer auf dem Festland.

2016-11-07T05:08:47+02:00