Mexiko – das perfekte Reiseland für Familien

Familienfoto auf den Pyramiden von Teotihuacán

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Nach 6 Monaten Wohnmobil-Erfahrung in Mexiko wird es Zeit ein Fazit zu ziehen. Das Land der Sombreros entpuppt sich – entgegen vieler Befürchtungen – als wunderbares Reiseland für eine Familie. Unserer Ansicht sind die USA als Reisedestination von vielen vollkommen überschätzt und Mexiko wird leider sehr unterschätzt. Viele Menschen – wir gehörten vor 6 Monaten auch dazu – haben keine Ahnung von den kulturellen Schätzen und den herrlichen Landschaften, die es in Mexiko zu entdecken gibt. Die Einheimischen behandeln uns als Reise-Familie überaus freundlich und zuvorkommend. Vielleicht liegt das daran, dass die Mexikaner grundsätzlich schon sehr Familienfreundlich sind und Kinder – egal welcher Hauptfarbe – über alles lieben und verehren. Vielleicht liegt es auch an der Tatsache, dass auch wir den Mexikanern freundlich und offen begegnen.
Auch das Reisen im Wohnmobil ist komfortabel und einfach. Die Camping-Plätze sind über das ganze Land verteilt und 7x24h überwacht. Man bezahlt meisten zwischen 200 bis 300 mexikanische Pesos (= 10 – 15 EUR) für einen Stellplatz. Die Mehrheit der Campingplätze ist mit einer 110 Volt-Steckdose und einem Wasseranschluss ausgestattet. Auf vielen Plätzen hat es ein gut funktionierendes Wifi mit einer akzeptablen Geschwindigkeit. Die Pools sind meistens sehr gechlort, was bei den tropischen Temperaturen das ganze Jahr hindurch vermutlich unumgänglich ist. Wir sind erstaunt, dass es in Mexiko nicht mehr Tourismus gibt und können nur vermuten, dass die folgenden 6 Mythen die Menschen davon abhalten, in diesem wunderbaren Reiseland ihre Ferien zu verbringen.

Die TOP 6 Bull-Shit-Mythen über Mexiko

Kappelle von Cholula mit dem aktiven Popocatépetl (5462 m.ü.M.)

1. Mexiko ist doch kein Reiseland!

Weit gefehlt. Mexiko ist sowohl Landschaftlich als auch kulturell unglaublich vielfältig. Es gibt über 20’000 Kultur-Historische Ausgrabungsstätte aus der Zeit der Mayas und Azteken zu entdecken. Die spanische Kolonialzeit hinterliess wunderschöne Städte mit prachtvollen Kirchen und Herrenhäusern. Zudem verfügt das Land über verschiedene Klimazonen. Von tropischen Wäldern im Süden bis hin zu rauchenden Vulkanen, von Wüsten voller Kakteen im Norden bis hin zu der insgesamt 10’000 km langen Küste mit herrlichen Sandstränden und Lagunen – Mexiko ist ein Rausch für die Sinne. Hier kann man das ganze Jahr hindurch bei sommerlichen Temperaturen durch hübsche Strassen flanieren, oder man schnorchelt den karibischen Riffen entlang oder hält Ausschau nach den Delfinen, Walen und Wal-Haien, die an den Küsten elegant durch die Wellen gleiten.

2. Mexiko ist gefährlich!

Wir fühlen uns hier sehr sicher. Unsere Fenster im Wohnmobil bleiben auch nachts geöffnet und die Alarmanlage haben wir noch nicht einmal in Betrieb genommen. Zudem halten wir uns an Sicherheitshinweise und vermeiden es, in der Nacht oder am Sonntagnachmittag mit dem Auto unterwegs zu sein. Wie bereits gesagt, die Mexikaner feiern sehr gerne und trinken (am Wochenende) gerne einmal einen über den Durst. Die Gebiete, die wissentlich in den Drogenanbau verstrickt sind meiden wir, diese Regionen sind auf der Seite des auswärtigen Amtes nachzulesen.  Es ist eigentlich traurig und trotzdem möchten wir als letztes Argument hinzufügen: Mexiko ist für den internationalen Terrorismus vermutlich absolut unattraktiv.

Ein geschminkter Indio-Mann feiert den Día de los Muertos („Tag der Toten“)

Die jungen Mexikaner(innen) sind genau so hip und modern wie die Jungen in Europa

3. Mexikaner sind korrupt!

Das spannendste an Mexiko sind die Menschen. Egal ob Grossstadt- oder Dorfbewohner – Mexikaner sind für ihre Liebe zu Farben und Festen bekannt. Sei feiern gerne, laut und oft. Selten trifft man auf Unhöflichkeit. Ganz im Gegenteil. Die Mexikaner sprühen vor Charme und Freundlichkeit. Jeder ist stolz auf sein Land, die Traditionen, die Familienbande, die Städte, den Tequila und das leckere Essen. Und wir können das sehr gut verstehen, denn wir haben uns auch in Mexiko verliebt.
Doch sind sie auch korrupt, wie viele behaupten? Nach 6 Monaten sind wir ausschliesslich freundlichen und hilfsbereiten Polizisten begegnet – und davon gibt es wahrlich viele im Land. Vermutlich gehören die Räubergeschichten ala “.. ein mexikanischer Polizist hielt uns an und behauptete …“ endgültig der Vergangenheit an. Wir haben nur gute Erfahrungen gemacht und können dieses Klischee nicht bestätigen.

4. Mexiko ist „Low-Tech“

Wer glaubt, dass die Mexikaner Technologisch hinter dem Mond leben irrt gewaltig. Weit über 50% der Haushalte in Mexiko haben einen Breitband-Internetanschluss. Sie gehören damit zu den Top 10 Ländern weltweit. Auch die Mobile-Technologie ist verglichen mit den USA und Europa auf einem top Niveau. In den meisten Städten gibt es ein zügiges LTE-Netzwerk (4G). In ländlichen Regionen meist ein 3G oder in seltenen Fällen ein steinzeitliches EDGE-Netzwerk. Nachdem wir in den USA über die Internet-Geschwindigkeit und die Netzabdeckung enttäuscht waren, überrascht uns Mexiko positiv.

Eine Selfi-Maske aus Puebla am Día de los Muertos („Tag der Toten“)

Stefan meditiert in der Morgensonne in der Bucht von Bacalar

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5. Mexiko ist arm – da gibt es nichts zu kaufen!

Im Land der Gauchos gibt es – wie in vielen anderen Ländern – sämtliche Einkommensschichten. Auf den Strassen kreuzen sich uralte VW Käfer mit den neusten Modellen von VW, Audi, Nissan und Ford, die zudem deutlich in der Überzahl sind. In den Schopping-Meilen der Städte buhlen neben traditionellen Geschäften immer mehr Luxus-Marken um die Gunst potenter Kunden. Wer nach Markenklamotten oder einem original Käsefondue aus der Schweiz sucht wird schnell fündig. Es gibt sie, die wohlhabenden Mexikaner, denn die teuren Geschäfte wie ein Liverpool sind von Kunden gut besucht. Und es gibt auch die Menschen, die in sehr einfachen Behausungen leben und sich mit trockenen Tortillas mehr schlecht als recht über Wasser halten. In Mexiko gibt es beides. Die Armen in Mexiko betteln zwar um Geld oder Essen, bleiben dabei jedoch immer sehr freundlich und akzeptieren es auch, wenn wir mal nichts geben.

6. Die medizinische Versorgung ist schlecht

In jedem noch so keinen mexikanischen Kaff gibt es drei Dinge: Mindestens einen OXXO-Shop, der 7x24h geöffnet ist. Eine PEMEX-Tankstelle und mehrere Apotheken (sogenannte Farmacias), die ebenfalls 7x24h geöffnet sind. Wer sich trotz aller Vorsicht eine Magenverstimmung holt, braucht also nicht weit zu laufen, um eine kleine Flasche Peptobismol zu bekommen. Diese mexikanische Wunderwaffe rafft innert kürze jeden Bazillus dahin. Doch wie ist die medizinische Versorgung wenn es um mehr als ein Grummeln im Magen geht? Heike hat das für dich ausgiebig getestet. Sie war bei 3 verschiedenen Ärzten. Sie hat einen Hausarzt in San Miguel besucht. Sie war beim Facharzt in Querétaro und musste sich notfallmässig bei einem Chirurgen aus Mexiko City unter das Messer legen. Ihr Fazit als diplomierte Krankenschwester ist erstaunlich: „Die behandelnden Ärzte waren alle sowohl fachlich wie auch menschlich wunderbar. Es war eine gute Entscheidung, die Operation in Mexiko zu machen.“ Für kleine medizinische Bagatellen wie Basenentzündungen, Mittelohrentzündungen usw. bieten viele Apotheken eine medizinische Beratung an die auch ein Rezept für die notwendigen Medikamente ausstellt. Eine solche Beratungsstelle haben wir bei Jala’s Blasenentzündung in Anspruch genommen. Dabei entstanden folgende Kosten: 45 Pesos für die Arztkonsultation, 120 Pesos für den Labortest des Urins, 60 Pesos für das Antibiotika und das Paracetamol. Macht dann Total 225 Pesos was ziemlich genau 11 EUR entspricht. Wir können gut verstehen, dass viele Menschen aus den USA und Kanada nach Mexiko reisen, um sich hier medizinisch behandeln zu lassen. In den Touristenhochburgen wie La Paz oder Cancun gibt es deshalb viele Privatkliniken, die neben den medizinischen Eingriffen auch Schönheitsoperationen anbieten.

Wir campieren unter Palmen direkt an der Karibik in Majahual

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Ja wir geben es zu: Wir haben uns in dieses Land verliebt! Hier kann man auf dem Markt eine ganze Einkaufstasche mit frischem Gemüse und Früchten für 140 Peso (= 7 EUR) kaufen, während in den USA eine (1!) Avocado 2 USD kostet. Zudem ist es schon unglaublich cool direkt an der Karibik unter Palmen zu campieren.

Wer jetzt das Gefühl hat, wir würden nur die schönen Seiten sehen, der liegt falsch. Wir wissen um das magere Gehalt der Lehrer und Polizisten, geschweige denn den Monatslohn der Putzfrauen und Gelegenheitsarbeiter. Wir haben die vielen ärmlichsten Behausungen der Menschen gesehen, ihre Kleider und Fortbewegungsmittel. Ja, wir sind nicht blind und verschliessen nicht die Augen vor den grossen Unterschieden die hier in Mexiko herrschen. Und doch sehen wir das Lächeln in den Gesichtern der Menschen, die Freude der Marktfrauen, wenn wir die nächste Woche wieder zu ihnen kommen. Natürlich bringen wir Geld und kaufen Gemüse bei ihnen ein, doch sie erkennen uns schon von weitem wieder und winken uns freundlich zu. Sie sind einfach herzlich. Die Menschen hier leben einfacher als wir es gewöhnt sind. Gar sehr bescheiden. Und doch strahlen sie soviel Freude und Gelassenheit aus, dass dies auch auf uns abfärbt. Auch wir nehmen es gelassener, vertrauen den Menschen und Lachen gemeinsam.

Wem ein nächstes Reiseziel fehlt, dem legen wir Mexiko ans Herz. Mit einer wirklich guten Infrastruktur und sehr guter medizinischer Versorgung ist das Reisen in Mexiko um ein vielfaches einfacher und sicherer als uns die Medien glauben machen. Viel Spass beim Entdecken!

Hier alle Blog-Artikel von Mexiko

Not-Operation und Weihnachten (Mexiko)

Februar 6th, 2017|0 Comments

Mitte November erreichte uns eine Hiobsbotschaft. Eine Operation von Heike's Schilddrüsen ist unumgänglich. Kurz vor der OP lagen die Nerven blank und die Tränen liefen. War es die richtige Entscheidung, den Eingriff hier in Mexiko machen zu lassen? Was ist, wenn etwas schief geht? Was, wenn wir die Reise nicht fortsetzen können? Doch alles verläuft wunschgemäß und wir konnten im Dezember entspannt Jala's 3. Geburtstag feiern und kurz darauf Weihnachten mit Oma und Opa, die extra aus Deutschland angereist sind.

  • Pyramiden und andere magische Orte in Mexiko 370x247

Pyramiden und andere magische Orte (Mexiko)

Dezember 24th, 2016|0 Comments

Mexiko ist einfach ein herrliches Reiseland mit einer atemberaubenden Natur und einer reichen Kultur. Wir sind auf Pyramiden geklettert, wir waren im Jungle, an der Karibik und in Puebla. Zudem haben wir in Mexiko City eine "echte" mexikanische Demonstration erlebt und Heike hat sich ihren Jugendtraum erfüllt.

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San Miguel de Allende (Mexiko)

Oktober 28th, 2016|0 Comments

Viele Mexikaner behaupten, dass San Miguel ein mexikanisches Disneyland für ausländische (vor allem amerikanische) Rentner ist. Auch wenn viele Fassaden von aussen nicht besonders gepflegt wirken, so überraschen uns die herrlichen Innenhöfe immer wieder. Der Zauber der Architektur entdeckt man in Mexiko immer hinter einer schäbigen Fassade. Ab September bis zum Jahresende finden in San Miguel unzählige Festivals, Feuerwerke und Paraden statt.

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Die Westküste (Mexiko)

Oktober 2nd, 2016|0 Comments

An der Westküste von Mexiko erwarteten uns viele schmucke Städtchen mit bunten Häusern und engen Gassen. Doch auch die Grossstadt hat ihren Reiz. In Guadalajara füttern wir während einer Safari die Giraffen und im Kindermuseum experimentieren unsere Kinder mit gigantischen Seifenblasen.

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Der Süden der Baja California (Mexiko)

September 3rd, 2016|0 Comments

Der Süden der Baja California ist für seine paradiesischen Strände weltbekannt. Wir schnorcheln im türkis-blauem Wasser, surfen bis der Mond vom Himmel scheint und geniessen das leckere mexikanische Essen. Was in den USA nur selten möglich war, ist in Mexiko alltäglich: Wir schlafen im Wohnmobil direkt am Strand!

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Der Norden der Baja California (Mexiko)

August 20th, 2016|0 Comments

Im Norden der Baja California geniessen wir die einsamen Strände, das feine mexikanische Essen und die Herzlichkeit der Menschen. Und wir hatten unsere erste kleine Autopanne mitten in der mexikanischer Wüste. Doch die Mexikaner haben uns zum Glück gerettet damit Noam das tun kann, wovon alle Surfer auf der ganzen Welt träumen: In der Scorpion-Bay die längsten Wellen der Welt surfen.